Begriffe von A-Z

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Acetylcholin     

            Acetylcholin gehört zu den Botenstoffen (Transmitter). Mit Hilfe solcher Botenstoffe
            werden Signale zwischen Nervenzellen übertragen. Bei einer Demenz ist diese
            Signalübertragung unter anderem deshalb gestört, weil im Verlauf der Erkrankung
            ein Mangel an Acetylcholin entsteht.

Acetylcholinesterase

            Die Acteylcholinesterase ist ein Enzym, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut.

Aceytlcholinesterasehemmer oder Acetylcholinesterase-Inhibitor (Ach-I)

            Aceytlcholinesterasehemmer hemmen den Abbau von Acetylcholin und wirken so
            dem bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn auftretenden Mangel an Acetylcholin entgegen.

ADAS-kog

            Alzheimer' s Disease Assessment Scale. Bei der Demenzdiagnostik häufig eingesetzte
            Testbatterie zur Einschätzung des Schweregrades demenzieller Symptome. Beurteilt
            werden die kognitiven (ADAS-kog) und die nicht-kognitiven Symptome (ADAS-nonkog) von
            Demenzpatienten.

ADCS ADL/MCI

            Alzheimer' s Disease Cooperative Study - Activities of Daily Living/MCI. Messinstrument
            zur Erfassung alltagspraktischer Fertigkeiten und Aktivitäten bei Personen mit leichter
            kognitiver Störung.

Antidementiva

            Antidementiva oder Nootropika werden zur Behandlung von Beeinträchtigungen des
            Gedächtnisses, der Konzentrations- und Denkfähigkeit eingesetzt. Bisher können Anti-
            dementiva den Untergang der Nervenzellen im Verlauf einer Demenz nicht aufhalten. Sie
            führen jedoch vorübergehend zu einer Verbesserung des kognitiven Leistungsvermögens
            und der Alltagskompetenzen. Mit ihrer Hilfe können diese Verbesserungen über einige Zeit
            auch stabil gehalten werden.

ApoE

            Das Apolipoprotein E (ApoE) ist im Gehirn unter anderem für den Transport von Cholesterin
            verantwortlich. Sein Gen befindet sich auf Chromosom 19. Eine genetische Variante des ApoE,
            gilt als ein Risikofaktor an der Alzheimer Demenz zu erkranken (siehe auch ApoE4).

ApoE4

            ApoE4 ist eine Variante des ApoE Gens. In genetischen Analysen der familiär gehäuft
            auftretenden Alzheimer Demenz ist diese Genvariante als Risikofaktor identifiziert worden,
            d.h. als ein Faktor unter anderen, der die Wahrscheinlichkeit an einer Alzheimer Demenz zu
            erkranken erhöht.

arterieller Hypertonus

            Bluthochdruck

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CDR Skala

            Klinische Demenz-Ratingskala (englisch: Clinical Dementia Rating Scale). Skala zur
            Beurteilung des Schweregrades einer Demenz.

Cholinerge Neurone

            Neurone, die zur Signalübertragung den Botenstoff Acetylcholin verwenden.

Cox-II-Inhibitoren

            Gruppe von entzündungshemmenden Medikamenten.

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Disease-management

            Unter Disease-management oder auch Krankheitsmanagement versteht man die
            interdisziplinäre Behandlung von Krankheiten auf der Grundlage von evidenz-basierten
            Leitlinien
. Hierbei geht es um die kontinuierliche Versorgung von chronisch Kranken
            über alle Krankheitsstadien und Versorgungseinrichtungen hinweg. Im günstigsten Fall
            werden dabei alle Therapieschritte aufeinander abgestimmt. Bei der Behandlung sollen
            Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander verknüpft werden.

Dispositionsgene

            siehe Risikogene

Donepezil

            siehe Aceytlcholinesterasehemmer

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EKG

            Mit Hilfe des Elektrokardiogramms, kurz EKG, werden elektrische Impulse des Herzens
            abgeleitet und aufgezeichnet.

Evidenz-basierte Leitlinien

            Evidenz-basierte Leitlinien sind Entscheidungs- und Orientierungshilfen für die ärztliche
            Behandlung, die aus systematischen Auswertungen wissenschaftlicher Erkenntnisse
            erarbeitet werden. Evidenz-basierte Leitlinien sollen dem Arzt helfen für seinen Patienten
            eine optimale Therapie zu finden.

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Galantamin

            Galantamin ist ein Acetylcholinesterase-Hemmer und wird primär aus Schnee-
            glöckchen gewonnen. Galantamin hemmt den Abbau von Acetylcholin und fördert
            gleichzeitig die Ausschüttung von vorhandenem Acetylcholin. Bei Alzheimer-Kranken
            ist zu wenig von dem Botenstoff Acetylcholin im Gehirn vorhanden. Durch die Wirkungen
            von Galatamin wird dieser Mangel teilweise kompensiert.

genetische Prädisposition

            Erblich bedingte Veranlagung für eine Erkrankung.

genetischer Marker

            Stelle im Genom (Gesamtheit der Erbinformationen), die eine Eigenschaft besitzt,
            an der sie eindeutig zu identifizieren ist.

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Haplotypen

            Der menschliche Chromosomensatz ist diploid, d.h. jedes Chromosom ist doppelt
            vorhanden. Bei Untersuchung von Genvariationen wird ein Genotyp ermittelt. Als
            Genotyp wird eine spezielle Kombination von Genvariationen bezeichnet. Allerdings
            weiß man anhand des Genotyps noch nicht, auf welchem der beiden Chromosomen
            sich die Variation befindet. Hierzu sind spezielle Analysen erforderlich, durch die ein
            Haplotyp ermittelt werden kann. Ein Haplotyp ist die Beschreibung der genetischen
            Variationen auf nur einem der beiden Chromosomen.

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Konversionsrate

             Rate von Patienten, die im Verlauf eine Krankheit entwickeln werden.

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Längschnittstudie

            Eine Untersuchung, bei der Daten von Patienten zu mindestens zwei verschiedenen
            Messzeitpunkten erhoben werden. Hierdurch lassen sich individuelle Entwicklungs-
            verläufe erfassen.

Liquoruntersuchung

            Untersuchung des Nervenwassers.

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MCI – Mild Cognitive Impairment

            Der Übergangsbereich zwischen altersgemäßen normalen geistigen Veränderungen
            zu krankhaften geistigen Beeinträchtigungen wird als "Leichte kognitive Störung" oder
            englisch "Mild Cognitive Impairment" (MCI) bezeichnet. Bei einer "Leichten kognitiven
            Störung" treten neuropsychologische Störungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit
            oder der Sprache auf, die über normale Alterungsvorgänge hinausgehen. Jedoch sind
            diese nur gering und führen in der Regel auch nicht zu Problemen bei der Bewältigung
            alltagspraktischer Aufgaben.

Memantine

            Im Verlauf einer Demenzerkrankung treten an Neuronen mit NMDA-Rezeptoren
            unphysiologische Erregungsabläufe auf. Diese unphysiologischen Erregungsabläufe
            führen schließlich zum Untergang der Neurone. Memantine verhindert durch seine Bindung
            an den NMDA-Rezeptor die unphysiologische Übererregung der Neurone und schützt sie
            dadurch vor dem Untergang.

MRT

            Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, mit dessen Hilfe
            sich krankhafte Strukturveränderungen im Gehirn sichtbar machen lassen. Zum Beispiel
            kann man in einem MRT die bei der Alzheimer Demenz auftretende krankhafte Schrumpfung
            des Gehirns (Atrophie) erkennen. Auch Gefäßerkrankungen des Gehirns und damit verbundene
            Veränderungen lassen sich mittels der MRT darstellen. Nach der Alzheimer Demenz sind
            krankhafte Gefäßveränderungen im Gehirn die zweithäufigste Ursache von Demenzen
            (vaskuläre Demenzen).

multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie

            Multizentrisch - die Studie wird parallel an mehreren Kliniken durchgeführt.
            Randomisiert - die Zuordnung der Patienten zu einer der Untersuchungsgruppen (z. B.
            Placebo-, Standardtherapie- oder Kombinationstherapie-Gruppe) erfolgt zufällig.
            Doppelblind - bedeutet, dass weder Patienten noch die behandelnden Ärzte wissen, wer
            welches  Medikament oder das Placebo verabreicht bekommt. Nur der Versuchsleiter
            kennt die richtige Verteilung.

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Nikotinerge Stimulation

            Es gibt zwei Arten von Acetylcholinrezeptoren: nikotinische und muskarinische, die
            noch in mehrere Untertypen untergliedert werden. Nikotinerge Stimulation bedeutet,
            dass sich der Botenstoff Acetylcholin an den nikotinischen Acetylcholinrezeptor bindet.

NMDA-Rezeptor-Antagonist

            Unter einem NMDA-Rezeptor-Antagonisten wird eine Substanz verstanden, die speziell
            die Bindungsstellen (Rezeptoren) einer Nervenzelle besetzt, an die sich normalerweise
            der Botenstoff (Transmitter) Glutamat anlagert. Hierdurch wird die Signalübertragung
            blockiert. Bei einer Alzheimer Demenz kommt es unter anderem auf Grund zu hoher
            Konzentrationen an Glutamat zu einer krankhaften Dauerreizung der Zellen. Es wird
            davon ausgegangen, dass durch diese Dauerreizung wichtige Signale, wie zum Beispiel
            Lern- oder Gedächtnissignale, überdeckt werden. Der NMDA-Rezeptor-Antagonist wirkt
            dieser Störung in der Signalübertragung entgegen.

Nootropika

            siehe Antidementiva

NYU Paragraph Recall Test

            Testverfahren zur Erfassung von Gedächtnisleistungen für Texte der New York University
            (NYU).

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Östradiol

            Östradiol gehört zu den weiblichen Sexualhormonen, den Östrogenen. Östrogene
            spielen nicht nur bei der Fortpflanzung eine Rolle, sondern besitzen verschiedene
            weitere vorteilhafte Wirkungen. So etwa auf das Herz-Kreislauf-System, auf den
            Stoffwechsel der Knochen und auch auf das Gehirn: Dort tragen Östrogene als
            Neurohormone und Schutzfaktoren auf vielfältige Weise zur Struktur, Funktion und
            Erhaltung von Nervenzellen bei. Aufgrund der neuroprotektiven Aktivität der Östrogene
            wurde vermutet, dass eine Hormon-Ersatztherapie nach der Menopause möglicherweise
            auch das Demenzrisiko reduziert. Dies hat sich allerdings nicht bestätigt.

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Placebo

            Placebo ist lateinisch und bedeutet "Ich werde gefallen". In der Medizin versteht man
            unter Placebo ein wirkstofffreies Leer- oder Scheinmedikament, das einem echten
            Medikament in Aussehen und Geschmack täuschend ähnlich ist. Mit Placebos wird
            eine medikamentöse Therapie lediglich simuliert, wobei die Ethikkommissionen der
            Landesärztekammern vor jeder neuen Studie zustimmen müssen, ob Placebos für
            den Patienten zumutbar sind oder nicht.

Prädiktionskraft

            Vorhersagekraft

Prospektive Studie

            Eine Studie, bei der die Datenerfassung auf die Zukunft gerichtet ist.

Prüfarzt-initiierte Studien

            Prüfarzt-initiierte Studien sind klinische Prüfungen, bei denen der Prüfarzt der Sponsor
            ist. In der Verantwortung des Prüfarztes liegt dabei auch, auf die Einhaltung der ethischen
            und gesetzlichen Grundlagen klinischer Prüfungen zu achten. Pharmazeutische Unter-
            nehmen sind an Prüfarzt-initiierten Studien nicht als Sponsoren beteiligt.

Pseudonymisierung

            Wird in den Patientenakten der Name und andere Identifikationsmerkmale des Patienten
            durch ein Kennzeichen ersetzt, wird von Pseudonymisierung gesprochen.

psychometrische Testverfahren

            Mit Hilfe psychometrischer Tests lassen sich verschiedene geistige Fähigkeiten prüfen.
            Dazu gehören  Worte-Wiedererkennen, Orientierung, Vorstellungsvermögen, Abzeichnen,
            Anweisungen Befolgen, Benennen von Fingern und Gegenständen, Erinnern der Prüfungs-
            anweisung, Sprachausdruck und Sprachverständnis. Psychometrische Tests werden in
            der ärztlichen Praxis eingesetzt, um z. B. den Schweregrad einer Demenz festzustellen,
            diagnostische Hinweise zu liefern sowie auch Veränderungen im Verlauf der demenziellen
            Erkrankung zu messen.

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qualitative Interviews

            Im Unterschied zum standardisierten Interview werden beim qualitativen Interview keine
            festen Fragen vorgegeben. Stattdessen lässt ein qualitatives Interview dem Befragten
            einen breiten Spielraum der Strukturierung und ist offen für neue, unerwartete Informationen.
            Qualitative Interviewverfahren eignen sich besonders dazu, Hypothesen über einen
            Forschungsgegenstand aufzustellen, der wissenschaftlich noch wenig bearbeitet wurde.

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Rating-Skalen

            Rating-Skalen dienen dazu, einen Gegenstand hinsichtlich eines bestimmtem Merkmals
            zu beurteilen. Rating-Skalen ermöglichen u.a. die Einschätzung des Schweregrads der
            Erkrankung eines Patienten und können auch zur Verlaufs- und Therapiekontrolle
            eingesetzt werden.

Risikogene

            Risikogene erhöhen die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, zum Beispiel an der
            Alzheimer-Krankheit.

Rivastigmin

            siehe Acetylcholinesterasehemmer

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Sponsor

            Sponsor ist, wer für ein Projekt die Verantwortung trägt, es durchführt, auswertet und/
            oder finanziert.

Statine

            Statine sind Arzneimittel die u.a. zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden.
            Statine hemmen die körperliche Cholesterinproduktion, vermindern den Cholesterinwert
            im Blut - und schützen so die Gefäße.

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Trail Making Test

            Der Trail Making Test - oder zu deutsch Zahlen-Verbindungstest - ist ein spezifisches
            Testverfahren zur Erfassung des allgemeinen kognitiven Tempos. Bei diesem Verfahren
            sind die Zahlen von 1 bis 25 zufällig auf einem Blatt Papier verteilt. Aufgabe ist, sie so
            schnell wie möglich mit Hilfe eines Bleistifts zu verbinden. Testwert ist die für das korrekte
            Verbinden der Zahlen benötigte Zeit.

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Vitalzeichenkontrolle

            Betrifft die Kontrolle der Atmung, des Kreislaufs und der Körpertemperatur.

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zerebrale Neoplasien

            Gehirntumore