Rechtliche Vorsorge

Einleitung

Im frühen Stadium können Demenzkranke noch viele Regelungen für ihre Zukunft treffen. Dies gilt besonders für die Zeit, in der die Betroffenen aufgrund des Fortschreitens der Krankheit nicht mehr geschäftsfähig sein werden. Folgende Arten der Vorsorgeverfügung sind möglich:

Versorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine bestimmte Person bevollmächtigt für den Betroffenen zu handeln, z.B. bei Geldangelegenheiten,  Verträgen oder im gesundheitlichen Bereich. Sie kann wirksam nur erteilt werden, solange der Betroffene noch geschäftsfähig, das heißt in der Lage zu vernünftigen Entscheidungen ist. Durch eine Vorsorgevollmacht wird ein gerichtliches Betreuungsverfahren entbehrlich. Dies gilt aber nur für die Bereiche, die durch die Vollmacht ausdrücklich abgedeckt sind.

Betreuungsverfügung

In der Betreuungsverfügung können Wünsche für die spätere Lebensgestaltung festhalten werden. Es kann z. B. bestimmt werden, wer die gesetzliche Betreuung übernehmen soll, ob ein Umzug ins Pflegeheim stattfinden soll oder nicht, ggf. welches Pflegeheim gewählt werden soll. Auch Wünsche zur Vermögensverwaltung, zur ärztlichen Behandlung usw. können niedergelegt werden.

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Patientenverfügung

Alle ärztlichen Maßnahmen bedürfen der Einwilligung des Patienten. Für den Fall, dass jemand eines Tages nicht mehr dazu in der Lage ist diese zu geben, ist eine Patientenverfügung wichtig. Damit kann etwa bestimmt werden, ob jemand wünscht, dass alles medizinisch Mögliche getan werden soll, wenn er sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet, oder ob jemand mit künstlicher Ernährung einverstanden ist. Patientenverfügungen sind nur wirksam, wenn sie möglichst genau und auf die eintretende Situation passend formuliert sind.

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Testament

In einem Testament wird bestimmt, was nach dem Tode des Betreffenden mit dessen Geldvermögen und sonstigem Eigentum geschehen soll. Es muss auf jeden Fall mit Datum versehen und eigenhändig unterschrieben werden. Wenn das Testament bei einem Notar errichtet wird, kann es später nicht angefochten werden.

Diese Vorausverfügungen korrekt und eindeutig zu formulieren, ist nicht ganz einfach. Deshalb ist zu empfehlen, dass Sie sich vorher informieren oder beraten lassen. Ausführlichere Darstellungen finden Sie in der von der Deutsche Alzheimer Gesellschaft herausgegebenen Broschüre "Ratgeber in rechtlichen und finanziellen Fragen" (160 Seiten, 4,50 EUR). Hilfreich sind außerdem die Broschüren "Betreuungsrecht" und "Patientenverfügung" des Bundesjustizministeriums.