Tipps für den Alltag

Menschen, die an einer Demenz erkranken, verändern sich in ihrem Wesen und entfernen sich immer mehr von der Person, die sie einmal gewesen sind. Bestehen bleiben aber die Grundbedürfnisse als Mensch akzeptiert und wertgeschätzt zu werden. Die Fähigkeit zu fühlen und zu empfinden bleibt bis zuletzt erhalten.

Demenzkranke leben in ihrer eigenen Wirklichkeit und verhalten sich daher gegenüber ihrem Umfeld oft unverständlich:

Versuchen Sie sich in die Welt der Kranken einzufühlen und diese zu verstehen. Berücksichtigen Sie dabei die lebensgeschichtlichen Besonderheiten aber auch die krankheitsbedingten Verhaltensänderungen. Korrigieren und belehren Sie Ihren Angehörigen so wenig wie möglich!

Demenzkranke finden sich zunehmend in der ihnen vertrauten Welt nicht mehr zurecht. Das kann massive Ängste bei den Betroffenen auslösen:

Die Kranken stellen häufig die gleichen Fragen, sind unruhig und wandern suchend umher. Beruhigen Sie die erkrankte Person, indem Sie wiederkehrende Fragen geduldig beantworten. Versuchen Sie dabei auf den gefühlsmäßigen Inhalt einzugehen oder auf andere Themen hinzulenken. Schaffen Sie Orientierungshilfen und Rituale im Alltag. Vermeiden Sie Neuerungen im Haushalt.

Demenzkranke zeigen häufig wenig Krankheitseinsicht. Den wohlmeinenden Angehörigen und Pflegenden begegnen sie manchmal mit Misstrauen oder Anschuldigungen:

Nehmen Sie Anschuldigungen und Misstrauen nicht persönlich. Werten Sie dieses Verhalten als den legitimen Versuch der Kranken, sich ihr aus den Fugen geratendes Leben zu erklären.

Demenzkranke erleben sich zunehmend als eingeschränkt, ihren Alltag wie gewohnt zu bewältigen:

Verschaffen Sie den Kranken Erfolgserlebnisse. Suchen Sie Aufgaben und Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihren aktuellen Fähigkeiten entsprechen. Ermuntern Sie die kranke Person, so viele Dinge wie möglich selbstständig zu tun. Unterstützen Sie nur dort, wo es nötig ist. Beachten Sie dabei die unterschiedliche Tagesform der Erkrankten, da die Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend schwanken können. Es ist keine böse Absicht, dass Kranke an einem Tag Aufgaben besser als an anderen bewältigen.

Demenzkranke haben zunehmend Probleme bei der sprachlichen Verständigung:

Stellen Sie sicher, dass sich Demenzkranke auch angesprochen fühlen: Sprechen Sie sie immer mit Namen an und stellen Sie dabei Blickkontakt her. Sprechen Sie langsam in kurzen Sätzen. Verdeutlichen Sie das Gesagte durch Mimik und Gesten. Machen Sie konkrete Angebote statt von dem Kranken zu erwarten, sich zwischen mehreren Alternativen zu entscheiden.

Demenzkranke haben oft Schwierigkeiten, angebotene Hilfen anzunehmen:

Ergründen Sie, worauf die Ablehnung beruht. Oftmals stehen Ängste dahinter, aber sie kann auch aus einer veränderten Wahrnehmung oder einem eingeschränkten Verständnis herrühren. Erklären Sie daher Ihre Handlungen und begleiten Sie diese mit Gesten. Sorgen Sie für gewohnte (Tages-) Abläufe. Schaffen Sie Orientierungshilfen und Übersichtlichkeit. Binden Sie andere Vertrauenspersonen oder Fachkräfte in die Pflege mit ein.