Medikamentöse Therapien

Einleitung

Die Alzheimer-Krankheit ist bisher noch nicht heilbar, aber das Fortschreiten der Symptome lässt sich vorübergehend hinauszögern. Darüber hinaus hat der Arzt heute viele Möglichkeiten, den Patienten und ihren Angehörigen zu helfen.

Behandlung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten

Es ist wichtig, auf das körperliche Wohlbefinden des Patienten zu achten. Einschränkungen der Hör-, Seh- und Gehfähigkeit müssen so weit wie möglich ausgeglichen werden. Auch die Zähne bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle. Erhöhter Blutzucker, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, unregelmäßiger Herzschlag sowie Eisen- oder Vitaminmangelzustände müssen behandelt werden.

Gegenwärtig verfügbare Medikamente

Donepezil, Galantamin und Rivastigmin verbessern die durch Acetylcholin vermittelte Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Diese Substanzen sind zugelassen für die Behandlung der leicht- bis mittelschweren Alzheimer-Krankheit. Sie halten über ein halbes Jahr bis ein Jahr die geistige Leistungsfähigkeit und die Alltagsbewältigung aufrecht. Angesichts des fortschreitenden Nervenzellenuntergangs ist das ein klarer Behandlungserfolg. Die häufigsten Nebenwirkungen sind vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall). Memantine verbessert die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen, die durch Glutamat erfolgt. Diese Substanz ist zugelassen für die Behandlung der mittelschweren bis schweren Alzheimer-Krankheit. Auch durch Memantine werden geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsbewältigung länger aufrechterhalten. Dies ist positiv für die Patienten und erleichtert den Angehörigen die Pflege. Die Wirksamkeit der Nootropika (Dihydroergotoxin, Ginkgo biloba, Nicergolin, Nimodipin, Piracetam, Pyritinol) ist nicht so überzeugend belegt wie die von Donepezil, Galantamin, Memantine und Rivastigmin. Bei einzelnen Patienten können sie jedoch hilfreich sein.
Die Behandlung von Depression, Unruhe und Aggressivität hat sich durch neue Arzneimittel verbessert. Die Dosierung dieser Medikamente muss sehr behutsam erfolgen. Die Notwendigkeit der weiteren Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden.